ANTEILE UNSERES HSV verkaufen?

HSC RAUTE

NEIN!
DIE SEELE DES VEREINS IST UNANTASTBAR!

DAS THEMA

Am 19. Januar 2014 ist es soweit – bei der Mitgliederversammlung geht es um die Zukunft unseres Vereins.

In einem sind wir uns wohl alle einig: Der HSV braucht dringend Veränderungen! Aber keine, die ihm schaden können.

Wir wollen die Raute nicht verkaufen, denn für uns ist die Seele des Vereins unantastbar.

Wir brauchen moderne Strukturen – aber wir brauchen keine Ausgliederung.

Wir brauchen eine neue Satzung, die dem Management unserer Bundesliga-Mannschaft Entscheidungsfreiheit gewährt. Und wir brauchen sportliche und wirtschaftliche Kompetenz, die die Zukunft sicherstellt. Mehr noch: Wir müssen so schnell wie möglich wieder dahin, wo der HSV hingehört – in Deutschlands Spitze und auf die europäische Bühne.

Wir glauben an eine Zukunft mit Tradition.

DAS KONZEPT

MEHR ENTSCHEIDUNGSFREIHEIT

Die Profis bleiben Teil des HSV e.V. Aber: Durch die neue Satzung wird eine rechtlich selbstständig agierende „Geschäftsführung Professioneller Fußball“ eingerichtet. Top-Manager in der Bundesliga brauchen mehr Handlungsfreiheit.

KLEINERER AUFSICHTSRAT

Der ehrenamtliche Aufsichtsrat wird von elf auf sieben Mitglieder reduziert. Folge: schnellere Entscheidungen und bessere Handlungsfähigkeit. Weniger ist hier tatsächlich mehr!

HSV RAUTE

KEINE AUSGLIEDERUNG

Was würde eine Ausgliederung bringen? Investoren könnten sich Anteile des HSV kaufen. Doch fremdes Geld bedeutet weder sportlichen Erfolg, geschweige denn Unabhängigkeit.

NEUER WAHLAUSSCHUSS

Nicht jeder, der in den Aufsichtsrat will, ist dafür geeignet. Bevor die Mitglieder wählen, schaut sich ein neuer Wahlausschuss die Bewerber genau an. Wichtig: Es sollten nicht mehr als doppelt so viele Kandidaten zur Wahl stehen wie Posten zu vergeben sind. Für zwei vakante Stellen stünden also z.B. vier Kandidaten zur Wahl.

MITGLIEDER ENTSCHEIDEN

Alle Mitglieder wählen weiterhin den Aufsichtsrat sowie den Präsidenten. Darüber hinaus stellen sie auch einen Vertreter in der „Geschäftsführung Professioneller Fußball“ – nämlich den neuen „Vize-Präsident Mitglieder“.

DIE DETAILS

Die neue Satzung hat das Ziel, unseren Verein in eine wirtschaftlich und sportlich erfolgreiche Zukunft zu führen. Auch wenn der Spitzensport auf allen Ebenen mehr Handlungsspielraum bekommt, bleiben Fußball-Profis und Amateure letztlich unter der Raute vereint.

Folgendes ist vorgesehen:

  1. Die neue Satzung stellt sich der von manchen Mitgliedern befürworteten Ausgliederung des Profi-Fußballs aus dem Verein entschieden entgegen. Gleichwohl beinhaltet sie aber die dringend notwendige größere Entscheidungsfreiheit dieser Abteilung. Gemäß § 30 BGB wird die Abteilung Profi-Fußball ein selbstständiges Organ des Vereins.
  2. Der Aufsichtsrat wird von 11 auf 7 Personen verkleinert. Diese werden von der Mitgliederversammlung gewählt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 2 Mitglieder des Aufsichtsrates aus den Bereichen der „Fördernde Mitglieder“ und der „Amateure“ vorgeschlagen sein müssen, von denen jeweils einer gewählt wird.
  3. Kandidaturen zum Aufsichtsrat bedürfen zukünftig einer Zulassung durch einen neuen Wahlausschuss. Dieser sollte aus 11 Personen bestehen:
    • dem Präsidenten;
    • dem Vorsitzenden des Ehrenrates;
    • zwei Mitgliedern aus dem Bereich der Senioren;
    • zwei Mitgliedern des Amateurbereichs;
    • zwei Mitgliedern der Abteilung Fördernde Mitglieder;
    • drei Sport- und Führungserfahrenen Persönlichkeiten.
  4. Anstelle der bisherigen acht Organe gibt es künftig nur noch sechs. Der Amateurvorstand, die Abteilungsleitung Fördernde Mitglieder und der Seniorenrat sollen künftig keine Organstellung mehr haben.
  5. Alle Mitglieder werden zukünftig durch ein Präsidium nach außen und innen vertreten, welches aus dem Präsidenten, einem Vizepräsidenten Finanzen, einem Vizepräsidenten Mitglieder sowie den Vorsitzenden der drei Bereiche Fördernde Mitglieder, Amateure und Senioren besteht.
  6. Daneben wird rechtlich selbständig die „Geschäftsführung Professioneller Fußball“ eingerichtet. Mitglieder sind der Vorsitzende Geschäftsführung, ein Geschäftsführer Sport oder Finanzen, der Vizepräsident Mitglieder und – auf Beschluss des Aufsichtsrates – evtl. ein weiteres Mitglied.
  7. Diese drei bzw. vier Mitglieder werden, wie bisher, durch den Aufsichtsrat bestellt und ggf. abberufen.
  8. Die Bereiche der Fördernden Mitglieder und der Amateure sollen die Möglichkeit bekommen, sich zeitgemäßer aufzustellen. Ein umfassend bevollmächtigter Geschäftsführer steht künftig an der Spitze – die bisherige Abteilungsleitung bzw. der Amateurvorstand hat überwachende Funktion und wirkt bei der Einstellung oder Entlassung des jeweiligen Geschäftsführers mit.
  9. Der bisherige Ehrenrat geht in einer neuen Rechts- und Satzungskommission (RSK) auf, die neben den bisherigen Aufgaben des Ehrenrates auch die Prüfung von Anträgen hat. In diesem Sinne gibt die RSK Beschlussempfehlungen an die Mitgliederversammlung.
  10. In Zukunft wird es eine reguläre Mitgliederversammlung und eine Informationsveranstaltung pro Jahr geben. Sämtliche Formalien zu Anträgen, Beschlussfassungen und Wahlen etc. werden in einer eigenständigen Geschäftsordnung geregelt; Entsprechendes gilt für die Formalien anderer Organe.
  11. Die Satzung ist so gestaltet, dass im Fall entsprechender verbindlicher Finanzangebote die Mitgliederversammlung mit der notwendigen Mehrheit weitergehende Beschlüsse fassen kann.

Wichtig: Diese neue Satzung des HSV ist nur ein Entwurf. Sie ist eine Basis für Diskussionen und Anregungen – konstruktive Kritik ist immer erwünscht.



Hier gibt’s den kompletten Satzungsentwurf als download:

Satzung (Stand 05.11.13) – HSV Zukunft mit Tradition (PDF)

Leitfaden - Einführung in die neue Satzung des HSV (PDF)



Im folgenden Organigramm werden die Verbindungen der einzelnen Gremien deutlich:

Künftig gibt es eine klare Unterteilung in die weitgehend selbstständigen Organe des professionellen Fußballs (Aufsichtsrat und Geschäftsführung) einerseits und in die weiteren Organe des Vereins (im Organigramm rechts im Bild) andererseits.

Die hauptamtliche Geschäftsführung professioneller Fußball kümmert sich ausschließlich um den Erfolg des HSV in der Bundesliga. Die handelnden Personen werden von einem verkleinerten Aufsichtsrat bestellt.

Wer von der Mitgliederversammlung in den Aufsichtsrat gewählt werden möchte, der muss künftig erst von einem neu gegründeten Wahlausschuss für das Amt empfohlen werden.

Das ehrenamtliche Präsidium repräsentiert den Gesamtverein, hat aber keinen Einfluss auf den Bereich Profi-Fußball.

Der bisherige „Ehrenrat“ wird zur „Rechts- und Satzungskommission“.

Eine Ausgliederung des Profi-Fußballs aus unserem Verein ist mit diesem neuen Modell absolut unnötig.

Organigramm

DIE ZUKUNFT

Bei der Abstimmung über eine neue Satzung, sollten wir uns von folgenden Aspekten leiten lassen:

Das braucht der HSV:

  • auf allen Schlüsselpositionen Menschen, die die Raute im Herzen tragen
  • weitgehende Unabhängigkeit der Abteilung Profi-Fußball
  • sportliche und wirtschaftliche Kompetenz an der Spitze
  • die Einflussnahme seiner Mitglieder durch freie Wahlen
  • einen verkleinerten, sachlich kompetenten Aufsichtsrat
  • einen Wahlausschuss, der die Kandidaten für den Aufsichtsrat vor der Wahl unter die Lupe nimmt
  • ein authentisches Bindeglied zwischen Profis, Förderern, Supporters und allen anderen Mitgliedern
  • kluge, langfristige Konzepte
  • sportlichen Erfolg und finanziellen Handlungsspielraum
  • echte Mäzene, die den HSV dezent und aus tiefer Überzeugung unterstützen
  • die Liebe und den Enthusiasmus der Fans

Das braucht der HSV nicht:

  • eine komplette Ausgliederung des Profi-Fußballs
  • die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft
  • den einmaligen und endgültigen Verkauf von Anteilen an Investoren
  • falsche Versprechungen nach dem Motto „Ausgliederung = Geld = Erfolg“
  • Verantwortliche, die sich aus persönlichen Gründen an Posten klammern
  • die Ablösung des Lizenzspielbetriebs von den Fans – von der Seele des Vereins

Die Fragen und Antworten

Ja! Der Profifußball benötigt dringend eine stärkere Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit.
Nein! Der Profi-Fußball sollte von einer eigenständigen Geschäftsführung geleitet werden, die keine ehrenamtlichen Aufgaben übernehmen muss und die von den Tätigkeiten, die den Gesamtverein betreffen, befreit ist.
Nein! Top-Führungskräfte benötigen ausreichenden Handlungsspielraum. Um diesen zu gewährleisten, wird der professionelle Fußball ein eigenständiges Organ.
Nein! Mit einer Ausgliederung schafft ein Verein die Möglichkeit, Vereinsanteile an Investoren verkaufen zu können.
Nein! Verantwortlich für einen nachhaltigen und gesunden Erfolg ist alleine die Vereinsführung. Diese stellt die Weichen. Werden beispielsweise Anteile für 25 Millionen Euro verkauft und dieses Geld wird fehlinvestiert, steht der Verein am Ende wieder mit leeren Händen da. Und hat dazu noch einen Teil seiner Seele verkauft. Was nicht mehr rückgängig zu machen wäre.
Nein! In den letzten zehn Jahren hat es in der Bundesliga kein positives Beispiel gegeben.
Nein! Viel wichtiger sind die Kompetenz der sportlichen und wirtschaftlichen Vereinsführung und – unsere Fans.
Nein! Die wird es weiterhin zu den absoluten Spitzen-Klubs Europas ziehen. Das Ganze ist ein Glücksspiel, auf das sich der HSV nicht einlassen sollte.
Ja! Es besteht die Gefahr, dass sich Sponsoren zurückziehen, weil sie mit dem Verkauf von Vereinsanteilen nicht einverstanden sind.
Ja! Für jede ehrlich gemeinte Unterstützung und finanzielles Engagement wird jeder Fan und der gesamte Klub dankbar sein.
Ja! Sowohl in den Belangen des Gesamtvereins, als auch für den Bereich Profi-Fußball. Nur so ist die größtmögliche Transparenz gegeben und die langfristige Existenz des HSV gesichert.

DER IRRGLAUBE

Es klingt so einfach: Ausgliederung = Geld = sportlicher Erfolg.
Aber stimmt diese Gleichung wirklich?

Wir haben uns einmal die Entwicklungen von Klubs angeschaut, die eine Ausgliederung bereits vollzogen haben.

Drei bedenkliche Beispiele möchten wir hier präsentieren:

SV Werder Bremen

Seit dem 27. Mai 2003 gibt es die SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA. Nach einigen Jahren Champions-League-Teilnahme zitterte man in den Spielzeiten 2010/2011 und 2012/2013 bis zuletzt um den Klassenerhalt. Im November 2012 musste man für das zurückliegende Geschäftsjahr ein Rekord-Minus in Höhe von 13,9 Millionen Euro vermelden. Auch in diesem Jahr wird wieder mit einem Minus gerechnet.

Hertha BSC Berlin

Genau wie bei Bayern München erfolgte auch bei den Berlinern die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft 2002. Allerdings sind die Entwicklungen seither unterschiedlich – sportlich und wirtschaftlich. Zweimal musste Hertha in die 2. Liga (2009/2010 und 2011/2012). Die Verbindlichkeiten des Klubs beliefen sich bis zum 30. Juni 2012 auf 65,7 Millionen Euro!

1. FC Köln

Die Ausgliederung erfolgte am 6. März 2002. Seitdem stiegen die Kölner dreimal ab in die 2. Liga. In den restlichen drei Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit belegte man die Plätze 12 (2008/2009), 13 (2009/2010) und 10 (2010/2011). Einige Male stand der FC vor dem finanziellen Abgrund. 2012 klaffte ein 8,9-Millionen-Euro-Loch.

NUR DER HSV

Tiefe Leidenschaft, große Momente, unvergessliche Siege, bittere Niederlagen und gelebte Tradition. Das alles und noch viel mehr ist unser HSV. Er ist aber vor allem eines – ein Verein, bei dem die Fans als Mitglieder mitgestalten können. Und darauf können wir stolz sein!

Denn schließlich sind sie es, die in guten wie in schlechten Zeiten ihre Freizeit und oft mühsam Erspartes einbringen, um unsere Profis an Spieltagen lautstark zu unterstützen. Die mitleiden, wenn es auf dem Rasen nicht so rund läuft. Und die für diese einzigartige Atmosphäre sorgen, die jeden Stadionbesuch zu einem echten Erlebnis werden lässt.

Ich weiß, wovon ich rede. Seit über 50 Jahren bin ich HSV-Fan, seit mehr als 25 Jahren übernehme ich mit aller Kraft und Begeisterung wichtige Aufgaben im Verein – unser Stadion ist mein zweites Zuhause geworden. Und trotzdem bekomme ich immer wieder eine Gänsehaut. Dieses Gefühl, wenn es endlich losgeht, wenn 50.000 Menschen voller Inbrunst „HSV“ rufen. In diesen Momenten fühlen wir alle gleich. Ob Bäcker, Zahnarzt, Polizist oder Aufsichtsrat – wir alle spüren eine tiefe Verbundenheit mit unserem HSV.

Ich möchte, dass das immer so bleibt. Wir brauchen Veränderungen, aber unter Berücksichtigung der Tradition und Werte. Lassen Sie uns diesen spannenden Weg gemeinsam gehen – in eine Zukunft mit Tradition.

Denn für uns alle zählt – NUR DER HSV!

Ihr Jürgen Hunke

AKTUELLES UND STANDPUNKTE

Interview mit dem HSV-Blog "Matz ab" – "20 Millionen Euro – die helfen dem HSV nur sehr wenig!" (PDF)


Beitrag aus dem Hamburger Abendblatt – "Der HSV ist kein Waschmittel" (PDF)


Interview aus der BILD-Zeitung – "Wir dürfen uns in Deutschland nicht blamieren" (PDF)


Artikel aus dem Hamburger Abendblatt – "Der Beirat wäre das neue Machtzentrum" (PDF)


Artikel aus der Sport Bild – "Verkauf an Investoren wäre falsch" (PDF)


Artikel aus der Sport Bild zum Thema Ausgliederung – "Das sind die Vorteile, das sind die Nachteile" (PDF)


Beitrag des Hamburgischen WeltWirtschafts Instituts – "Mehr Kapital oder mehr Kompetenz?" (PDF)


Schreiben des Finanzamts Hamburg Nord – Prüfung des Satzungsentwurfs vom 23.10.2013 (PDF)


DER KONTAKT

Sie haben Fragen, Anregungen oder Wünsche? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

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Fax: 040-822272111